Die Arbeit mit Rettungshunden in Fläche und Trümmern ist mehr als nur ein Hobby!

Im Ernstfall heißt es, Menschenleben retten!

Was machen Rettungshunde denn eigentlich? Ist eine oft gestellte Frage aus der Bevölkerung. Was suchen sie, wo suchen sie, welche Qualifikationen müssen Hund und Hundeführer vorweisen, um dieufgabe, Menschen sowohl in der Natur als auch in Trümmern zu finden. Damit haben wir schon die beiden gängigsten Suchmethoden benannt, nämlich die  Flächensuche und Trümmersuche.

Die Suche mit Hunden wird auch "biologische Ortung" genannt. Eine Hundenase spürt einen Verschütteten noch in ca 15 m Tiefe auf oder kann in der freien Fläche oder im Wald je nach Bewuchs und Wind bis zu 20 Helfer ersetzen und eine vermißte Person auch noch auf 200 m Entfernung riechen. Da die Hunde weitgehend von Wetterunbill unbeeinflußt arbeiten, ist ein "technischer Ausfall" nahezu ausgeschlossen. Lediglich bei extremen Wettersituationen gibt es auch hier Einschränkungen.

Um den hohen Anforderungen gewachsen zu sein, sind neben der hohen Motivation auch ein ausgeprägter Teamgeist notwendig. Generell wird zwar unterschieden in "Hundeführer" und "Helfer ohne Hund", die Voraussetzungen für beide sind jedoch dieselben. Darunter fallen physische und psychische Belastbarkeit, ausgeprägter Teamgeist, hohe Motivation, Spass und Feingefühl bei der Arbeit mit Mensch und Hund, Interesse an einer abwechslungs- und umfangreichen Ausbildung, Bereitschaft, Zeit und unbedingten Willen, bei Eignung mit dem eigenen Hund das Ziel "geprüftes und einsatzfähiges Rettungshundeteam" zu erreichen und in diesem Sinne auszüben, ständige Erreichbarkeit über Mobiltelefon oder Melder für Einsätze,  Mobilität durch eigenes Fahrzeug. Einstiegsalter ab 16 Jahren möglich, Einsätze jedoch nicht unter 18 Jahren

 

Die Anforderungen an den Hund sind ebenso vielfältig, jedoch weitgehend rasseunabhängig. Im Vordergrund stehen folgende Eigenschaften:

- bei Ausbildungsbeginn nicht älter als 2-3 Jahre (Ausnahmen bei entsprechender Vorausbildung möglich)

- mittelgross ist eine ideale Voraussetzung

- gesund, körperlich leistungsfähig

- ausgeglichener Charakter

- angenehmes Sozialverhalten gegenüber Menschen und Artgenossen

 

Nicht erwünscht sind ausdrücklich

- aggressives Verhalten gegenüber Menschen und Artgenossen

- ausgeprägter Jagdtrieb

 

Hier unterscheiden wir in Hundeführer und Suchgruppenhelfer.

Beide durchlaufen eine anspruchsvolle Ausbildung, die neben Feingefühl im Umgang mit Hunden und Menschen auch sehr viel Motivation, Ehrgeiz und Zeit abverlangt. Da die meisten der Staffelmitglieder im "normalen Leben" berufstätig sind und die Ausbildung in der Freizeit erfolgen muss, wird hier ein hohes Mass an Toleranz von Familie und/oder Freunden gefordert. Dazu kommt die Anforderung nach physischer und psychischer Belastbarkeit. Und, der Hundeführer muss neben seiner eigenen Ausbildung noch die seines Hundes zeitgleich betreiben .

 

Als einige der zu erlernden Themen sind hier aufgeführt

- Erste Hilfe für den Mensch

- Erste Hilfe für den Hund

- Funk, Karten- und Kompasskunde sowie GPS-Navigation

- Kynologie - die Lehre vom Hund - nach neuesten Erkenntnissen

- Einsatz- und Suchtaktik

- Geländebeschaffenheiten und ihre Eigenheiten für die Suche

- Gebäudebeschaffenheiten und ihre Gefahren

- Wetterkunde, klimatische Besonderheiten usw.

 

Dies sind nur einige der wichtigsten Themen. Nachtübungen, interne Leistungsüberprüfungen, Abseilübungen runden u.a. die Ausbildung ab.

Die adäquate Ausbildung des Hundes obliegt dem Hundeführer. Hierfür kann dieser auf die Mithilfe seines erfahrenen Ausbilders, seiner Kollegen und/oder Kollegen befreundeter Staffeln auch anderer Organisationen zurückgreifen.

Dazu gehören:

- Grundgehorsam, der freudig erlernt und ausgeführt wird

- Sozialisierung

- Anzeige- und Suchübungen in wechselnden Geländen, in Gebäuden oder Trümmern

- Gewöhnung an verschiedene und ungewöhnliche Umweltgeräusche

- Begehen von unterschiedlichen, auch teilweise unangenehmen Bodenbeschaffnehiten

- Bewältigen einer Leiter

- Durchkriechen einer dunklen Röhre oder

- Balanceakt auf schwankendem Untergrund

 

Die Ausbildung von Hund und Mensch dauert, da sie doch sehr umfangreich ist und beim Hund in kleinen Teilschritten gearbeitet wird, mindestens 2-3 Jahre ab erfolgreichem Eingangstest.

Als Überprüfung des Lernerfolges des Rettungshundeteams stehen am Ende Vor- und Hauptprüfung sowie Einsatzüberprüfung für das Team nach geltender Prüfungsordnung des Bundesverbandes für Rettungshunde e.V. Nur eine bestandene Prüfung vor einem unabhängigen Leistungsrichter gibt dem Team die Freigabe für den Einsatz. Die Einsatztauglichkeit des Teams wird dann jährlich nachgeprüft.

Ausbildung

Die Ausbildung des Hundeführers und die seines Hundes bis zum gehobenen Niveau des geprüften, einsatzfähigen Teams dauert in der Regel 2,5 Jahre.

Sie beschränkt sich aber nicht „nur“ auf das Mantrailing. Sofern Interesse besteht bieten wir auch die Ausbildung für Flächensuche an.

Voraussetzungen für den Hundeführer:

  • regelmäßige Besuche von Erste Hilfe Kursen (Mensch),
    um die Erstversorgung verletzter Vermisster zu gewährleisten
  • regelmäßige Besuche von Erste Hilfe Kursen (Hund),
    um unseren tierischen Partner im Verletzungsfall bis zur tierärztlichen Versorgung
    helfen zu können
  • Kynologie
  • Funkschulungen, für die professionelle Informationsübermittlung
  • GPS/Kartenschulung, um im Einsatzfall korrekte Koordinaten an die Einsatzkräfte übermitteln zu können.
  • weitere Ausbildungsmöglichkeiten, sofern erwünscht
    • Einsatzleiter
    • Ausbilder

Alles in allem handelt es sich um eine sehr aufwendige Arbeit, die den Hundeführern einiges an Zeit abverlangt.

 

Hundeführer

Hund

  1. Arbeitswille

  2. Teamgeist

  3. Verlässlichkeit

  4. Körperliche Fitness

  5. Die Möglichkeit an 1 Tag der Woche abends regelmäßig zu trainieren

  6. Jeden Samstag oder Sonntag treffen sich die Mitglieder entweder in einem Wald oder Industriegelände. Hier wird die Flächen- oder Trümmersuche geübt. Die Anfahrt wird nach vorheriger Anmeldung natürlich durchgegeben

  7. An einem Samstag pro Monat ganztägig zu trainieren.

  8. Super wäre natürlich auch Flexibilität am Arbeitsplatz (Freistellung vom Arbeitgeber zu den Einsätzen)

Quelle: BRH Bundesverband Rettungshunde e.V.

  1. Sozialisiert und nervenstark

  2. Beute-, Fress- oder Spieltrieb

  3. Freundlich zu Mensch und Tier

  4. Ausdauernd

  5. Alle Rassen sind geeignet, am besten Hunde mit großer, langer Nase und mit Schlappohren

  6. Prinzipiell sind aber alle Hunderassen geeignet

  7. Zum Beginn der Ausbildung sollte der Hund nicht älter als 5 Jahre sein